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Posted on Oct 19, 2007

Sciencefiction








Sciencefiction



From Sterwiki




Sciencefiction (auch Science-Fiction; v. engl. science fiction ,,wissenschaftliche Fiktion"; Abk.: Sci-Fi, SF) eine Form der Literatur und des Films, aber auch in anderen Disziplinen wie z. B. der bildenden Kunst, die den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in zeitlich, raumlich oder historisch radikal alternativen Konstellationen betrachtet. Am haufigsten geschieht dies in Form einer, aus der tatsachlichen Gegenwart extrapolierten Zukunftsvorstellung, es finden sich aber auch andere Topoi, wie zum Beispiel jenes der sogenannten Parallelwelt. Wenn sich die SF einer zeitlich relativ nahen Zukunft annimmt, diskutiert sie haufig den Einfluss neuer wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Entwicklungen.

Diese naturwissenschaftlichen (engl. science) und gesellschaftswissenschaftlichen (Begriff ist erweitert gegenuber dem englischen) Betrachtungen werden auf eine erdachte (engl. fiction) Welt angewendet. Dies konnen zum Beispiel eine erdachte Zukunft, eine alternative Welt, eine Zeitreise in die Vergangenheit oder der Weltraum sein. Im Gegensatz zu solchen Begriffen wie Drama oder Komodie ist die Stilbezeichnung Science-Fiction nicht primar durch die Art der Handlung, sondern uber das Handlungsumfeld bestimmt.

Die von einigen Sprach- und Literaturwissenschaftlern im deutschen Sprachraum synonym verwendete Bezeichnung fur einen Teilbereich lautet Zukunftsroman oder Zukunftsfilm. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich im professionellen Bereich und unter Liebhabern die Bezeichnung Science-Fiction etabliert. Weitere Bezeichnungen, die mehr oder weniger exakt als Synonyme verwendet wurden beziehungsweise werden, sind Wissenschaftliche Phantastik, utopische Literatur und einfach nur Phantastische Literatur (nicht zu verwechseln mit Fantasy oder der romantischen Phantastik). Der Begriff Zukunftsliteratur wird ebenfalls (nicht ganz exakt) manchmal als Synonym fur Science-Fiction betrachtet. Er stimmt aber gegebenenfalls nur fur das Teilgebiet der Science-Fiction, das sich mit der Zukunft beschaftigt. Die Kontroversen uber die Bezeichnung des Genres sind kennzeichnend fur seine Entwicklung und seine Themen und Motive, aber auch fur politische Anschauungen.

Die Stilrichtung der Fantasy wird haufig dadurch von der Science-Fiction unterschieden, dass ihr Handlungsumfeld nicht von wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Errungenschaften gegenuber unserer Zeit gepragt ist, sondern die Geschichte in einer antiken oder mittelalterlichen Umgebung stattfindet, wobei das Vorhandensein ubernaturlicher Phanomene wie beispielsweise Magie oder Fabelwesen essentiell ist.

Von Science Fantasy spricht man, wenn sowohl Elemente aus Fantasy als auch aus der Science-Fiction in einem Werk gefunden werden konnen. Beispiele hierfur sind die Star Wars Filme oder die Darkover-Romane.

Das Wort Science-Fiction hat sich in vielen Sprachen direkt oder als Lehnubersetzung eingeburgert.



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1 Ubersicht und Richtungen


1.1 Phantastik

1.2 Uberschneidung mit anderen Genres

1.3 Uberschneidung mit Horror und Fantasy

1.4 Uberschneidung mit Utopie

1.5 Harte und weiche Science Fiction



1.5.1 Hard-Science-Fiction

1.5.2 Soft-Science-Fiction



1.6 Zukunftsliteratur



2 Geschichte der Science-Fiction


2.1 Vorlaufer

2.2 Fruhe Werke

2.3 Das Golden Age in den USA

2.4 Nach dem Zweiten Weltkrieg

2.5 Moderne SF



3 Schreibweise

4 Preise

5 Fandom

6 Siehe auch

7 Weblinks


Ubersicht und Richtungen


Phantastik


Der Begriff Science-Fiction wird heute allgemein fur Werke verwendet, die uber die bekannte Wirklichkeit hinausgehen und die Ereignisse und Gegebenheiten rational erklaren oder zumindest als rational erklarbar darstellen.

Es gibt verschiedene Ansatze zum Ordnungssytem von Literatur (und Film, Theater, bildender Kunst) mit 'nicht-realistischen' Elementen.

Im ersten Ansatz wird Science-Fiction neben Fantasy, phantastischem Horror und den Grenzbereichen dazwischen, die wegen Zuordnungsschwierigkeiten als Phantastik zusammengefasst werden, direkt unter 'Literatur' (bzw. Film, Theater, bildender Kunst) eingeordnet.

Systematischer ist das Vorgehen, Phantastik als Gruppe derjeniger literarischer (filmischen etc.) Werke anzusehen, welche mit nach heutigem Erkenntnisstand nicht realen Elementen operieren. In diesem Ordnungssystem belegt die Science-Fiction dann den Bereich, der ohne Ubernaturliches (wie Zauberei und Fabelwesen) operiert. Bei Fantasy dagegen gehoren Magie und/oder Fabelwesen zur Kulisse bzw. zur Handlung. Ubernaturliches, das weder mit »klassischer Magie« noch mit »typischen Fabelwesen« (Drachen, Elfen, Trolle etc.) zu tun hat, oder Dinge, die (noch) nicht wissenschaftlich-logisch erklarbar sind, werden oftmals unter »Mystery« zusammengefasst (dieser Begriff wird vor allem im Film-Bereich verwendet). Horror kann in dieser Ordnung in jedem der Genres stattfinden.

Bevor Fantasy als eigenes Genre Anerkennung fand (und nicht mehr als »Marchen« gehandelt wurde), wurde Phantastik oft (z. B. abgrenzend zur Utopie) als Synonym fur Science-Fiction verwendet. Aus der Anfangszeit der Fantasy-Welle stammt auch der Gebrauch von Phantastik als Synonym fur Fantasy.


Uberschneidung mit anderen Genres


SF ist kein puristisches Genre, das sich allen anderen gegenuber verschliesst. Im Gegenteil besteht eine der grossen Starken in der Absorption aller denkbaren literarischen Stromungen und Stile. Als ubergeordneter Begriff wird deshalb haufig auch auf Phantastik zuruckgegriffen.


Uberschneidung mit Horror und Fantasy


Die grosste Nahe besteht wohl zu Genres wie Horror (vergleiche die Kinoreihe Alien) und Fantasy. Horror beschreibt weniger den Inhalt einer Erzahlung, als vielmehr den Stil, die Wirkung auf den Leser. Fantasy umfasst jene Falle, in denen das Geschehene eben nicht mehr rational erklarbar ist. Von Grenzfallen zur Fantasy kann man auch sprechen, wenn entweder die Geschichte in einer so weit entfernten Zukuft / so anderen Welt spielt, dass das dort 'Naturliche' auf uns wie 'ubernaturlich' wirkt (z. B. 'Star Wars'), oder die Kulisse (z. B. mittelalterliche Hierarchien) und/oder die Handlungsstruktur (z. B. die Quest) fantasy-typisch ist, die Geschichte aber weder mit Magie noch Fabelwesen funktioniert.

Obwohl Mary Shelleys Frankenstein und Robert Louis Stevensons Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde ubernaturliche Elemente enthalten, enthalten sie immer noch eine Extrapolation wissenschaftlicher Ideen und gelten daher als Science-Fiction.
Dagegen ist Bram Stokers Dracula reine Fantasy.

Auch viele unter dem Uberbegriff SF laufende Werke nutzen etwa den Weltraum oder eine zukunftige Welt nicht, um uber Fragen menschlicher Entwicklungen zu spekulieren, sondern als exotische Kulisse, vor der traditionelle Genres (Abenteuer, Romanze) ablaufen. Der Begriff hierfur lautet Space Opera - Beispiele sind u. a. Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise (Star Trek) oder Krieg der Sterne (Star Wars).


Uberschneidung mit Utopie


Eine weitere Uberschneidung ergibt sich fur den modernen Science-Fiction-Roman in der Regel mit der Utopie (Gegensatz: Dystopie).

Wahrend die SF sich oft mit der Darstellung von Teilaspekten technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen begnugt, wurde die Utopie, deren Ziel in dem Entwurf eines vollstandigen Gesellschaftsentwurfes liegt, ursprunglich als Trojanisches Pferd benutzt. Ziel war, der Offentlichkeit ohne obrigkeitliche Zensur politische und philosophische Ideen vorzustellen.

Deshalb entstehen heute kaum noch klassische Utopien, sondern eher satirische utopische Romane wie die von Robert Sheckley. Er kritisiert ironisch gesellschaftliche und technologische (Fehl-)Entwicklungen und weist dabei auf die Tucken des Alltags und die Gefahren des Weltalls hin.

Je nach Inhalt der erdachten Welt ware ein heute erscheinender Roman entweder als SF oder Fantasy anzusehen.

Aus diesem Grund versuchen Verlage haufig erst gar nicht, eine genaue Trennung der Genres durchzufuhren und fuhren eine 'SF&F'-Reihe, in der Science-Fiction, Fantasy und manchmal auch Horror zusammengefasst sind.
Hierfur wurde auch der Begriff Speculative Fiction als alternative Deutung der Abkurzung SF gepragt.
Im Deutschen spricht man auch von 'Phantastischer Literatur'.

siehe hierzu auch: Themen und Motive in der Sciencefiction


Harte und weiche Science Fiction


Die Unterscheidung zwischen hard (dt. 'hart') und soft (dt. 'weich') SF stellt nur eine grobe Orientierung dar und ist eher historischer Natur. Viele Romane entziehen sich in der Unterscheidung einer eindeutigen Zuordnung. Der Begriff Soft-Science-Fiction ist im deutschsprachigen Raum ungebrauchlich, wohingegen Hard-SF als Sub-Genre durchaus anerkannt ist.


Hard-Science-Fiction


Hard-SF bezeichnet eine Richtung in der SF, die gekennzeichnet ist durch ein Interesse an wissenschaftlicher Genauigkeit oder Details. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen die Naturwissenschaften (zum Beispiel Astronomie, Physik, Mathematik, Biologie) sowie technische Fortschritte. Die Entwicklung der handelnden Personen kann gegenuber der Erforschung von wissenschaftlichen Phanomenen zweitrangig sein, es gibt aber auch Autoren, die das menschliche Wesen in den Vordergrund rucken. Gewohnlich ist der technische beziehungsweise wissenschaftliche Aspekt ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Die Autoren gehen meistens vom modernsten Wissensstand ihrer Zeit aus, um eigene Ideen logisch weiterzuentwickeln. Als Vertreter aktueller Hard-SF gelten Greg Bear, Alastair Reynolds, Kim Stanley Robinson und Greg Egan.




Soft-Science-Fiction


Die Soft-SF befasst sich mehr mit philosophischen, psychologischen, politischen oder gesellschaftlichen Themen, und benutzt technische Errungenschaften eher am Rande und als Hilfsmittel, um die Handlung einzubetten.
Der Begriff soft stammt aus dem Englischen, und grenzt dort die genannten Geisteswissenschaften gegen die (harten oder 'exakten') Naturwissenschaften ab.

Ein Beispiel der Soft-SF stellt Frank Herberts Wustenplanet-Serie dar, in der ein Universum mit fortgeschrittener Technik, aber gleichzeitig einer feudalen Struktur erdacht ist.
Die Rolle der Fuhrungsschicht und Fragen nach Verantwortung und Ethik sind tragender Teil der Handlung.

Ein weiteres Beispiel ist die SF Stanis?aw Lems, in der er Fiktionen uber psychochemische Weltverbesserung oder politische Ideen ins Extreme getrieben hat.


Zukunftsliteratur


Zukunftsliteratur ist zum einen das Teilgebiet der Science-Fiction, das sich mit der Zukunft der Menschen befasst und uber die Weiterentwicklung der Menschheit spekuliert. Zeitweise war es das Hauptgebiet der Science-Fiction und wurde als Gattungsbezeichnung verwendet, wobei die Zukunft immer eng mit der Gegenwart verbunden war. Einige Autoren versuchten sich auf die nahere Zukunft zu beschranken. Ein Beispiel dafur ist das Konzept der »Nahphantastik«, das beispielsweise von Carlos Rasch vertreten wurde.

Zum anderen kann man mit dem Begriff »Zukunftsliteratur« auch wissenschaftliche und popularwissenschaftliche Arbeiten uber die Zukunft bezweichnen. Die Fernsehsendung The future is wild nutzte dazu die Moglichkeiten der modernen Computeranimation.


Geschichte der Science-Fiction


Vorlaufer


Die Science-Fiction im engeren Sinne konnte erst mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik entstehen.
Neben dem in allen Kulturen vorhandenen sagenhaften, marchenhaften und phantastischen Erzahl- und Literaturgut, das zwar Anregung gegeben haben mag, aber nicht als Vorlaufer im eigentlichen Sinne verstanden werden kann, gibt es im Europa der beginnenden Neuzeit einige Ansatze.

Nach der Entwicklung des Fernrohrs wurde der Mond als ausgedehnter Himmelskorper erkannt, und im Zeitalter der Entdecker wurde sogleich von Mondreisen getraumt


  • (Johannes Kepler: Somnium, dt. Der Traum, 1634;
  • Cyrano de Bergerac: L'histoire comique contenant les etats et empires de la lune, 1656).
  • Voltaire fuhrte seine Leser im Micromegas (1752) in den weiten Weltraum, wahrend
  • Jonathan Swift in Gullivers Reisen (1726) fremde Volker und Kulturen auf der Erde erkundet.

Im 19. Jahrhundert finden sich Elemente der SF bei Autoren wie Edgar Allan Poe, Nathaniel Hawthorne, und Fitz-James O'Brien - ein deutscher Vertreter ware E.T.A. Hoffmann.

siehe hierzu auch: Entwicklung der Science-Fiction


Fruhe Werke


Im ausgehenden 19. Jahrhundert begann in Europa die Zeit der eigentlichen Science-Fiction.
Bekannteste Vertreter sind Jules Verne mit seinen wissenschaftlich-romantischen Abenteuern und H. G. Wells mit technisch-gesellschaftskritischen Werken. Als Grunderin des Genre aber gilt Mary Shelley mit ihrem Roman Frankenstein.
Ein deutscher Vertreter dieser Periode ist Kurd Lasswitz, nach dem der wichtigste Preis fur deutsche Science-Fiction-Literatur benannt ist. Mit seinen technisch-wissenschaftlichen Werken wird Hans Dominik als der deutsche Jules Verne bezeichnet, er ist einer der wichtigsten Pioniere der Zukunftsliteratur in Deutschland. Viel gelesen wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts auch Paul Eugen Sieg mit seinen technischen Zukunftsromanen.

In den USA trat die Science-Fiction vorwiegend in der Kurzgeschichte an ihr Publikum.
Das bekannteste periodisch erscheinende SF-Magazin dieser Zeit war das von Hugo Gernsback herausgegebene Amazing Stories, das sich ausschliesslich der Veroffentlichung von SF-Geschichten widmete.
Allerdings war die von Hugo Gernsback gewahlte Bezeichnung scientifiction, und danach wird diese Periode der SF auch 'scientifiction' genannt.

Die aus dieser Zeit stammende Assoziation der SF mit 'billigen' Magazinen und aufreisserisch gestalteten Titelseiten (scheussliche Monster und halbnackte, hilflose Frauen) machen es der SF bis heute schwer, als 'seriose' Literatur anerkannt zu werden.
Aber diese »Pulps« gaben den SF- Autoren jahrzehntelang Gelegenheit, ihre unzahligen Kurzgeschichten zu drucken und wegen ihres billigen Preises das Publikum zu erreichen, das fur SF am empfanglichsten ist: Kinder.


Das Golden Age in den USA


Eine Aufwertung der SF geschah, als John W. Campbell, Jr. der Herausgeber von Astounding Science Fiction wurde.
Er brachte Geschichten spater bekannter und erfolgreicher Autoren (Isaac Asimov, Arthur C. Clarke, Robert Heinlein) heraus.
Insgesamt ist die SF weltweit stark von US-Autoren dieser Zeit beeinflusst.

Aber auch eine Reihe von Autoren, die nur bedingt der SF zuzurechnen sind, versuchten sich im Genre, und brachten der SF ein serioseres Image (Karel ?apek, Aldous Huxley, Clive Staples Lewis, Ray Bradbury, Kurt Vonnegut, George Orwell, Gore Vidal).

In der Philosophie wurde das Problem des moglichen Selbstbewusstseins von Robotern als Problem der Logik von Gotthard Gunther behandelt, der daruber sogar in Astounding Science Fiction publizierte, was A. E. van Vogt seinerseits in Die Welt der non-A aufgriff.


Nach dem Zweiten Weltkrieg


Die Nachkriegszeit sah insbesondere in den USA eine wachsende Popularitat der SF. In immer neuen Magazinen finden die Schriftsteller eine Plattform fur ihre Geschichten. Der US-amerikanische Traum schien nach dem gewonnenen Krieg greifbar, die 50er waren eine Zeit des Aufschwungs und der Hoffnung.
Trotzdem zog der Kalte Krieg heran. Die Angste vor ihm oder der Atombombe zu benennen, war Aufgabe der SF, da das Thema ansonsten eher verschwiegen wurde. Ihre Autoren wurden inspiriert, uber Paranoia und Diktaturen im Weltall zu schreiben und das mitunter mit tiefbosem Humor.

Obwohl die Weltraumerforschung realistischer erscheint, schreibt E. E. Smith seine erste Space Opera, Visionen eines Universums, das nur darauf wartet, von tapferen Helden erobert zu werden. Damit folgt er der Tradition Robert Heinleins.

Unterschiedliche Autoren wie Philip K. Dick, John Brunner oder Frank Herbert debutierten.

Jetzt entdeckt auch das Kino die Moglichkeiten der SF. Legendar die Sonntag vormittags stattfindenden Doppelvorfuhrungen, in denen die Kinder grossartige Filme wie Der Tag, an dem die Welt stillstand, Das Ding aus einer anderen Welt (nach John W. Campbell), Gefahr aus dem Weltall, Metaluna 4 antwortet nicht oder Die Damonischen (nach einer Vorlage von Jack Finney) sehen. Filme, die als Mahnmal gegen Atombomben oder - je nach Standpunkt - den Ausschuss von Joseph MacCarthy oder den Kommunismus gesehen werden konnen. Vielleicht die Phase der besten SF-Filme uberhaupt, die das Interesse an den Buchern wachhielt.


Moderne SF


1957 startet der Sputnik als erster von Menschen geschaffener Satellit, kurz darauf folgt Sputnik 2 mit dem Hund Laika an Bord, 1961 wird Juri Gagarin der erste Mensch im All. Die USA sind geschlagen, weshalb Prasident John F. Kennedy verkundet, der erste Mensch auf dem Mond musse US-Amerikaner sein.

Das Interesse an der SF bekommt wieder einen Schub. Zumal in Folge des Weltraum-Wettlaufs eine Reihe technischer Errungenschaften gemacht werden, die bald darauf im Wohnzimmer der Bevolkerung stehen. Aber diese Fortschritte ziehen nicht, wie erhofft, Frieden nach sich. Im Gegenteil, Science-Fiction wird erstmals ernstgenommen, denn jeder potentielle Leser weiss, dass SF uber kurz oder lang Realitat werden kann. Die Probleme und ihre Losungen unterscheiden sich nicht allzu sehr von denen auf der Erde. James Graham Ballard und Anthony Burgess stehen fur eine SF, der die Gegenwart naher ist, als ihr lieb sein kann. Harry Harrison schreibt Soylent Green, Philip K. Dick verfasst Das Orakel vom Berge uber die USA, die den Zweiten Weltkrieg verloren, Thomas M. Disch Die Feuerteufel.

Frank Herberts Wustenplanet ist der Beginn eines mehrbandigen Zyklus, der ein Universum beschreibt, nicht nur zeitlich und ortlich unendlich von der Gegenwart der Erde entfernt, das ihm eine ahnlich fanatische Leserschaft einbringt wie Tolkien mit Der Herr der Ringe.
Herberts SF mit seiner Betonung auf Regierungsformen, Menschen und weniger auf Technik wird deshalb als Soft-SF betrachtet.

Auch Raumschiff Enterprise, im Original als Star Trek bekannt, dessen Debut 1966, also auf dem Hohepunkt des Weltraumfiebers erfolgt, kann letztlich als solche Soft-SF angesehen werden. Obwohl grosser Wert auf die technischen Details und deren Stimmigkeit gelegt wurde (Asimov als Physiker fungierte einige Male als Berater), sind die Handlungen der Folgen nicht sehr SF-typisch: Kirk verliebt sich standig unglucklich, muss mit uberlegenen Ausserirdischen Faustkampfe bestreiten und es gibt sogar eine Halloween-, eine Hippie- und sogar eine erst in den spaten 80ern in Deutschland gesendete Nazi-Folge. Nichtsdestotrotz ist es die erste weltweit erfolgreiche SF-Serie, die fur Universalismus und Humanismus eintritt. Mit einer Schwarzen, einem Asiatisch-stammigen, einem Russen sowie dem Halbvulkanier Spock (nicht nur ein Ausserirdischer sondern noch dazu ein Mischling!) an Bord wirbt sie fur Volkerverstandigung und war damit durchaus politisch unbequem, was an der vorzeitigen Absetzung der Serie durch die Geldgeber beteiligt war.

Speziell die 1987 gestartete Nachfolgeserie Raumschiff Enterprise: Das Nachste Jahrhundert (Original: Star Trek: The Next Generation) griff in der Tradition des Vorgangers immer wieder brisante gesellschaftskritische Themen auf. Das gleiche gilt fur einige der Star-Trek-Kinofilme. Im Gegensatz zum Haudegen Kirk tritt Cpt. Jean-Luc Picard noch mehr fur Volkerverstandigung, Toleranz und friedliche Losungen ein.

Eine Weiterentwicklung im Film brachte die SF einem weiten Publikum naher:
2001: Odyssee im Weltraum (geschrieben von Arthur C. Clarke) und Planet der Affen (nach Pierre Boulle, beide 1968) zeigten, dass die bosen Ausserirdischen nicht mehr das Pubikum reizte. New Hollywood begann seine Revolution und erwischte auch das SF-Kino. Dann kamen Der weisse Hai und Krieg der Sterne und erfanden den Blockbuster. Zwischen dem 'Space-Marchen' und Unheimliche Begegnung der dritten Art (beide 1977) liegen, auch im Stil und der Art, bereits Welten. Gleiches gilt fur Alien (1978) und seinen Nachfolger 8 Jahre spater.
Die meisten folgenden SF- Filme sind bunte, teure Actionfilme, auf den Geschmack des jugendlichen Publikums zugeschnitten und kaum noch mit ernsthafter SF- Literatur vergleichbar.

(Siehe auch: Science-Fiction im Fernsehen, Science-Fiction-Film)

Eine zunehmend gedanklich und gesellschaftlich gepragte SF fand sich seitdem auch ausserhalb der USA. Insbesondere in den Landern des Warschauer Pakts konnte die SF eine verdeckte Gesellschaftskritik uben. Bekannte Autoren umfassen Stanis?aw Lem und die Bruder Arkadi und Boris Strugazki.

Eine relativ neue Richtung der Science-Fiction ist der Cyberpunk, in dem insbesondere die Idee der virtuellen Realitat im Computer verfolgt wird.
Als Begrunder dieser Richtung sind vor allem William Gibson (Neuromancer, Count Zero (dt. Biochips), Mona Lisa Overdrive) und Bruce Sterling zu nennen, daneben Pat Cadigan und in jungster Zeit Neal Stephenson (Snow Crash, Cryptonomicon).
Weitere Vertreter dieser meist dystopischen Filme sind zum Beispiel Matrix oder Dark City.
Eine der ersten virtuellen Realitaten kam mit der Film 'Tron' auf die Kinoleinwande.

Eine Unterart der Science Fiction ist die 'Alternate Reality', eine andere Realitat. Diese Geschichten beschreiben eine Welt, in der die Historie einen anderen Verlauf als in der uns bekannten Realitat genommen hat. Bekannter deutscher Autor ist u. a. Oliver Henkel.

Bekanntester aktueller SF-Autor aus Deutschland ist wohl Andreas Eschbach, dessen Bucher Das Jesus Video und Eine Billion Dollar grosse Erfolge sind. Frank Schatzings Roman Der Schwarm beschreibt ein Szenario der Apokalypse.

Die grosste Science-Fiction-Serie und damit das grosste Science-Fiction-Universum stellt Perry Rhodan dar.
Ebenfalls sehr umfangreich ist der Kosmos von Star Trek, der sowohl durch die verschiedenen Serien und Kinofilme, aber auch durch Romane, Comics und Computerspiele gebildet wird. Auch bei Star Wars hat in den letzten Jahren ein umfassendes Merchandising eingesetzt.


Schreibweise


Nachdem jede mogliche Variante unterschiedlicher Schreibweisen vorhanden war, gibt es nach der Rechtschreibreform die Alternativen:


  • Sciencefiction (Schreibweise ohne Bindestrich, primare Duden-Schreibweise)
  • Science-Fiction (Schreibweise mit Bindestrich, laut Duden auch moglich)

Oft steht nur die Schreibweise ohne Bindestrich im Worterverzeichnis, die Moglichkeit der Schreibweise mit Bindestrich ergibt sich aus dem Regelwerk.

In originalsprachlichen Texten und Zitaten wird die in der entsprechenden Sprache ubliche Schreibweise verwendet.


Preise


Deutsche Preise: Kurd Lasswitz Preis, Deutscher Science Fiction Preis, Deutscher Phantastik Preis, Wetzlarer Phantastik-Preis

Internationale Preise: Hugo Award (Science Fiction Achievment Award), Nebula Award


Fandom


Das SF-Genre zeichnet sich durch eine starke Fan-Gemeinde (engl. Fandom) aus, in der viele der Autoren sich aktiv beteiligen.
Neben vielfaltigen Publikationen (Fan-Magazine, Fanzine) gehen viele der SF-Konferenzen ebenfalls auf die Initiative engagierter Fan-Gemeinden zuruck.

Wichtige SF-Magazine sind phantastisch! (http://www.phantastisch.net), Nova und der von Franz Rottensteiner herausgegebene Quarber Merkur, sowie das Online-Magazin Alien Contact. Die Anlaufstelle fur alle Fragen und Diskussionen zur SF ist das Science Fiction Netzwerk! (http://www.sf-netzwerk.de).

Die bedeutendste SF-Konferenz ist der Worldcon, auf welcher der Hugo Award, einer der begehrtesten Preise der SF-Literatur, vergeben wird.

Nach langerer Zeit wieder in Europa, findet der 63. Worldcon 'Interaction' vom 4. bis 8. August 2005 in Glasgow statt. Als Ehrengaste werden Greg Pickersgill, Christopher Priest, Robert Sheckley, Lars-Olov Strandberg und Jane Yolen erwartet.


Siehe auch


  • Science-Fiction-Film, Entwicklung der Science-Fiction, Liste von Science-Fiction-Autoren, Themen und Motive in der Science-Fiction, Science Fiction Club Deutschland, Fantasy, Rollenspiel, Science-Fiction im Fernsehen, Alternativweltgeschichte, Dark Future, Endzeit, Cyberpunk, Nacktheit_in_der_Sciencefiction-Literatur, DSFDB

Weblinks


Template:Wikiquote2


  • Eintrag ScienceFiction (http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?ScienceFiction) im BucherWiki
  • Die Definition der Science-Fiction in The Encyclopedia of Science Fiction (http://www.epilog.de/Lexikon/S/Science_Fiction.htm)
  • Open Directory: Science Fiction (http://dmoz.org/Arts/Literature/Genres/Science_Fiction/)
  • Internet Speculative Fiction Database (http://isfdb.tamu.edu/) (englisch)
  • SFwiki englischsprachige Science-Fiction Enzyklopadie, basierend auf der MediaWiki Software (http://www.infoshop.org/sf/index.php/Main_Page)
  • Deutsche Spekulative-Fiktion DatenBank (http://www.dsfdb.org) (DSFDB.org - OpenSource-Datenbank)]
  • Bibliographien zur SF in der DDR (http://www.spittel.de/sf/startseite/sf.htm)

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