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NovemberNov 19 Thursday Thu 09

HERBST, 18. November 2009

Das Konzert hallte noch nach, wehte diese Lieder aus dem 20. Jahrhundert, komponiert von Frederick Loewe und Kurt Weill und Masha Qrella, über die müden Felder, über die vor Matsch triefenden Traktorwege in die Dämmerung des Dienstagnachmittages.

Masha Qrella hatte in einem Wohnzimmer von Evessen ein halböffentliches Konzert gegeben. Die Flyer waren an kontrolliert okayes Publikum verteilt worden. Reggae-DJs waren gekommen, Gaststättenbetreiberinnen, Gesteinsgeologen, Goldschmiedinnen und auch Goldschmiede, Gärtnerinnen, Bauern, ein angehender Ingenieur und ausgezeichneter Qrella-Fan. Vor diesen Songs wurden sie alle zu einem formbaren Klumpen, bestehend aus der Freude des Hörens.

Ah, diese alten Meister! Ah, die Vermona-Orgel. Oha, wie das Vibraphon die Kindheit anschlägt. Ooo la la. Sanft wurden sie weggespült in die Sternennacht. “Drunken Scene”.

E-Mails des Lobpreisens trafen ein, gegeneinander versicherte man sich der geglückten Nacht. Alle, die da gewesen sind, würden es haben, das Wissen. Ah, du ja auch!

Ein Geräusch durchkreuzt nun von Eilum her die Andacht: Der Lindenhof hat seine Viehherde von der Weide geholt. Kälber und Mütter sind zum ersten Mal in ihrem Leben voneinander getrennt. Drei Tage und Nächte, so Markus, werden die Kleinen jetzt lautstark die Liebe einfordern, die ihnen zusteht, und die Muttertiere werden ihnen ebenso laut antworten. Nicht alle Menschen auf dem Hof können in diesen Nächten einschlafen. Die Schreie klingen wie ein Urlaut des Schmerzes.

Da hilft es, rotweintrinkend die ersten Honigkuchen zu backen. In rohem Zustand schmeckt das Adventsgebäck noch stark nach Rum. Christoph, der Bäcker vom Lindenhof, hat indes die richtige Würze gefunden. Buba macht die Ofen klar, und heraus nimmt er mit seinem hölzernen Brotschieber ein Blech der Süße. “Es Christkindsche backt Pläzzja”, und tatsächlich: Im Süden speit der Nachthimmel seine Variationen aus Orange. Der Stahlofen von Salzgitter wird gelöscht.

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HERBST, 13. November 2009

Im November wird es dunkel. Vielleicht liegt es daran, dass ich in diesem Monat auf die Welt gekommen bin – die Novemberdunkelheit zumindest ist von einer milden, warmen Schönheit. Ihr Glanz verblasst erst in jenen Tagen, wenn Weihnachten das Geweihte verliert und zum Verwandten abhaken verkommt. Kurz vor Silvester.

In den Plantagen von Evessen haben die Pflaumenbäume ihre Blätter verloren. Selbst das in langen Wellen strahlende Dunkelsamtviolett der Pflaumen wirkt wie eine Lichtquelle im Dunst.

Die Schlagzeile von Wired online am 11. November 2009, 12.52 h besitzt noch die Schönheit eines Stereolab-Songs: “New Milky Way Image Shows Best Of All Spectra”. Die NASA-Satelilten Hubble, Spitzer und Chandra haben die Daten geliefert: Laut Wired online nahm Hubble die Infrarot-Strahlen auf (”rot”), Chandra dokumentierte die Röntgen-Strahlen (”blau” und “violett”), während Hubble sich um jene Infrarot-Strahlen kümmerte, die sich nah am sichtbaren Teil von Licht bewegen (”gelb”). So entstand eine Aufnahme der Milchstraße, die jeder Beschreibung spottet. Ihre Schönheit ist total künstlich und unwahr, doch erhellend, also wirklich.

Für das Wochenende sind Frühlingstage angesagt. Die Sterne werden sich über das Dorf legen und für Ruhe sorgen, denn am Wochenende spielt Masha Qrella in Evessen. Als Backingband It’s A Musical plus Norman Nitzsche.

Die Tage der Geburtstage finden damit einen überraschenden Abschluss.

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NovemberNov 12 Thursday Thu 09

HERBST, 11. November 2009

Draußen Trübnis, drinnen Farben. James Turrell hat für das Kunstmuseum Wolfsburg das “Wolfsburg Project” entworfen. Die zentrale Arbeit der Turrell-Ausstellung in der VW-Stadt.

Ich stehe auf der Brücke und schaue runter, runter ins Licht.

Ich gehe den Steg hinunter, und sehe Licht, ohne zu wissen, wo es herkommt. Vier Wände. Versuche, die Wände zu erfassen, die Wände befinden sich immer viel, viel weiter hinter jenem Punkt im Raum, an dem man sie erwartet hätte.

Die vierte Wand, so lernt man, ist keine Wand. Sie ist nichts. Beim Übertreten der Lichtschranke werden Sie hinunterfallen ins Nichts, und die Lichtschranke wird dazu piepen.

Das Licht ist ins Rosa übergekippt vom Hellblau her, ohne dass man es mitbekommen hätte.

James Turrell hat sich Viehherden gekauft, damit er dort seine Kunst machen konnte, wo er sie machen wollte. In einem Vulkankrater in der Wüste Arizonas.

Der Zugang zum Himmel ist privilegiert dort. Den hat sich Turrell erarbeitet, er hat im Krater ein Labor eingerichtet. Jetzt beobachtet er die Farben. Und aus dem Himmel kommt Licht. Das unendlich Schöne des “Wolfsburg Project” ist aber, dass Turrell dem Licht das Naturromantische entzieht, und es ganz in der Form abstrahiert. Wenn der Raum Licht wird, ist Magie im Spiel. Magie oder Ingenieurskunst, Magie und Ingenieurskunst.

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NovemberNov 5 Thursday Thu 09

HERBST, 3. November 2009

"Purpur" lautet das Motto der aktuellen Ausgabe von Balkon & Garten. Das Berliner Garten-Fanzine erscheint alle 2 Monate in einer Auflage von 150 handnumerierten Exemplaren.

Die letzte Ausgabe erkundete noch das Thema "Friedhof".

Zur Einstimmung auf lange Winterabende nun etwas Erbauliches. Die Balkon & Garten-Redaktion war so freundlich, den Hacken-Eintrag "Sommer, 17. August 2009" abzudrucken. Das Porträt des Purpurnen Sonnenhutes passte perfekt in diese Ausgabe, in der mir eine Bildende Künstlerin besonders aufgefallen ist.

Die in der Schweiz lebende Elisabeth Eberle stellt am Rechner Naturformen her. Sie macht fiktive Natur. Ihr in Beton & Garten reproduzierter Print "Hommage à Georgia O Keeffe" aus dem Jahr 2008 zeigt ein an Orchideen erinnerndes Motiv.

Das Innere einer Orchideenblüte wird hier so abgebildet, dass eine sexuelle Konnotation sofort offensichtlich wird. Doch die Bedeutungsebene "Vulva" wird ihrerseits sogleich verfremdet, indem die in gelb, violett, purpur und grün gehaltene Form durch ein zelluloseartiges Raster strukturiert wird.

Eine Ebene doppelt die andere, verwischt sie, bringt das Bild ins Spielen. Und drumherum ist es schwarz.

Das Schwarz wirkt in seiner Eindeutigkeit sehr anheimelnd.

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NovemberNov 2 Monday Mon 09

HERBST, 2. November 2009

Das Herbstlaub hat sich schnell braun verfärbt. Zwei Nächte mit Frost, und das Farbenspektrum im Elm verschmälert sich. Die gelben, roten, überhaupt die leuchtenden Blätter sammeln sich bereits auf dem Boden.

Dort bilden sie eine Kulisse für die Pilze: Immer weniger wachsen die klassischen Speisepilze der Saison. Steinpilz, Heide-Rotkappe und Maronenröhrling wird es zu kalt. Nun ist die Zeit der kleinen, leuchtenden Fruchtkörper gekommen.

Die Halsband-Schwindlinge wirken im Faltenwurf ihres Hutes wie Miniatur-Fallschirme; in zarten Tönen leuchtet der Rosa Rettich-Helmling aus dem goldgelben Laub heraus. Der Anschein trügt. Durch den hohen Muskaringehalt wirkt diese Risspilz-Sorte stark halluzinogen. Allerdings auch stark giftig für Muskeln und innere Organe. Der so unscheinbare Spitzkegelige Kahlkopf, der zur Zeit überall Fruchtkörper ausbildet, ist als klassischer Psilocybe wahrscheinlich leichter zu handhaben.

Wahrscheinlich.

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AugustAug 7 Friday Fri 09

Mon, 10.8.: http://hacken.spex.de

updated Aug 7, 2009 via Virb

Hacken

Bitte heißen Sie herzlich willkomen:

H A C K E N

Mein neues Blog auf

http://hacken.spex.de

AB MONTAG, DEN 10. AUGUST

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MayMay 27 Wednesday Wed 09

Der große Unwahrscheinlichkeitsvergleich. Demnächst hier.

MayMay 25 Monday Mon 09

Der Turm

Uwe Tellkamp

MayMay 7 Thursday Thu 09

Andenbeere

Andenbeere
Andenkirsche
Hacke
Gießkanne
Tunnel
Distel
Tomaten
Krümel
Brocken
Steine
Kompost
Wasser
Apfelsaft
Und wie Gewächshäuser riechen.

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MayMay 1 Friday Fri 09

Breathe like a plant

updated May 1, 2009 via Virb

AprilApr 27 Monday Mon 09

Run like an animal

updated Apr 27, 2009 via Virb

AprilApr 23 Thursday Thu 09

Haengende Gaerten

An Tagen wie diesen wölbt sich der Hang, an dem ich lebe, zum hängenden Garten aus. Die Luft schwer vor Nässe, dünsten die Bergwälder etwas Ähnliches aus wie Nähe; so als bildeten die Schwaden aus Feuchtnebel lauter Wölkchen. Sie bieten sich als Transportmittel an. Die Kulisse bleibt doch da oben, und nur ihr Bild ist es, das so nahe hierher rückt ans Fenster. Ich mag dieses Spiel.

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AprilApr 21 Tuesday Tue 09

Bed-Bed-Bed

updated Apr 21, 2009 via Virb

AprilApr 14 Tuesday Tue 09

Evessen - Reitlingstal - Elmwarte - Lucklum - Erkerode - Evessen

updated Apr 14, 2009 via Virb

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About

Telekommunikation und digitale Vernetzung sind soweit vorangeschritten, dass inzwischen mitten auf dem Land ein Leben in Pop möglich ist. So lautete die These für Hacken-Autor Christoph Braun, als er Berlin verließ, um nach Evessen zu ziehen. Vom Südhang des Höhenzuges Elm in Niedersachsen aus beschreibt er ein Leben als Autor und DJ, das sich in einem entscheidenden Moment hin zur Landwirtschaft und Gartenarbeit öffnet. Sein Blog "Hacken" auf http://hacken.spex.de sendet Snippets aus diesem fortschreitenden Augenblick in die Welt.

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