Imported on Jun 15, 2009
Was für ein Streich. Wer weiß, ob sich George Lucas das sich nicht schon vorher überlegt hatte. Erst schafft er gleich drei gewaltige, filmische Zensuren, die in der damaligen Zeit zu absoluten Kultfilmen werden. Und dann, ein paar mehrere Jahre später kommen dann auf einmal noch einmal drei “Star Wars”-Filme, die nun nicht nur ein Haufen Interesse wecken, sondern nochmal das gleiche und viel mehr Geld und Fans einspielen. Unglaublich.
Und so werden es sich die Macher von Star Trek auch gedacht haben – sofern diese im neuen Streifen überhaupt noch die Finger im Spiel hatten. Denn nun ist doch vor geraumer Zeit ein neuer Film der Reihe erschienen, der eben nicht am Ende weitermacht und einfach nochmal ein wenig weiter erzählt. Nein. Nun wird noch einmal am Anfang eingesetzt und neu erzählt.
Wir schreiben ein gewaltiges Jahr der menschlichen Zukunft. Die intelligente Rasse Mensch der Erde hat es geschafft, sich mit gewaltigen Raumschiffen durch die Galaxis zu wühlen. Nun sind sie auf der Suche nach neuen Spezies und neuen Planeten, gefüttert von der unstillbaren Neugierde des Menschen.
Mitten drin geschieht auf einmal etwas völlig unerwartetes. Ein Raumschiff trifft auf seiner Forschungsreise auf eine seltsame Anomalie im Weltraum. Als es diese genaue Untersuchen will, tritt auf einmal ein gewaltiges romulanisches Raumschiff aus der Zukunft hervor, dass in Größe und Waffenstärke dem kleinen Raumschiff der Sternenflotte um weiten überlegen ist. Ein Schiff aus der Zukunft.
Was für eine Einleitungszene. Nein, es wird nicht groß erzählt. Es wird nicht groß vorgesponnen. Alles beginnt mit einer effektreichen Weltraumschlacht, in der das Raumschiff der Sternenflotte in Einzelteile zerschossen wird. Auf dem Raumschiff befindet sich im Übrigen der Vater des auf jedenfall allen Trekkis bekannten James T. Kirk. Als der Captian kapituliert und – um das leben seiner Besatzung zu retten – auf das romulanische Raumschiff “gebeten” wird, ernennt dieser Kirks Vater zum Captain und befiehlt, dass das gesamte Raumschiff evakuiert werden soll.
Eigentlich wollte der neue Captain nun mit Autopilot das Raumschiff der Sternenflotte geradewegs in den Feind fliegen, um die flüchtende Besatzung und sich selbst in den Raumkapseln zu schützen. Doch – wie soll es da anders kommen – ist eben diese Steuerung ausgefallen. Innerhalb von 12 Minuten als Captain des Raumschiffes rettet er die gesamte Crew und Kirks Mutter, die unseren späteren Kirk bereits im Bauch trägt. Eine Rettung, die der mutige Captain mit seinem Leben bezahlt und ein Feuerwerk an Bildern und Effekten – und das gerade mal in den ersten 15 Minuten des Films. Geilomat.
Der neue Kirk, nun im gleichen Alter wie sein Vater, als dieser im Todesflug ums Leben kam, tut sich mit der Anpassung in die Gesellschaft deutlich schwerer, als man es aus den Geschichtsbüchern der Sternenflotte kennt. Nur durch Zufall gelangt unser, in der Zukunft glorreiche Captain des gewaltigen Flagschiffes Enterprise in die Sternenflotte, in der er innerhalb weniger Jahre große Erfolge erziehlt, aber auch reichlich Ärger macht. Auf seinem Weg in die oberen Reihen der Sternenflotte trifft er nun auch die vielen bekannten Köpfe der späteren, in unserer Zeitrechnung ersten Serie von Star Trek. Unter ihnen Pille, Uhura und natürlich Spock.
Als ein Notruf von Vulkan auf der Erde empfangen wird, eilen mehrere Schiffe der Sternenflotte zur Hilfe. Da ein großer Zahl der Flotte in einem anderen Quadranten des Weltalls unterwegs ist, ist die Akademie gezwungen, die jungen Schüler auf die restlichen Schiffe zu versetzen - der große Einsatz der jungen Besatzung, die sich nun die hohen Positionen erst erkämpfen muss. Ein großer Spaß und ein effektvolles und meiner Meinung nach glorreich gemachter “Einschub” in die “Star Trek”-Reihe.
Und auch der seltsame Einschnitt in die eigentliche Vorgeschichte der Crew wird geschickt eingebaut. Anstatt trist und öde das zu erzählen, was sich die Autoren von Star Trek einst zu jedem Besatzungsmitglied der ersten Enterprise überlegten, hat der Auftritt des Romulanischen Raumschiffes aus der Zukunft die zeitliche Linie verändert. So kommt es also auch, dass der junge Kirk erst später erkennt, was seine eigentliche Berufung ist – zum Glück. Einigen mag dieser Einschnitt des Films verwirrend oder sogar stark konstruiert vorkommen. Aber ehrlich gesagt bin ich froh, dass man sich etwas ausgedacht hat, um auch die alteingesessen Trekkis wieder in den Ban zu ziehen. Mir hat die Idee auf jedenfall ein hoffnungsvolles Schmunzeln auf die Lippen gezaubert – vielleicht kommt es so ja bald zu noch mehr solcher Knaller.
Apropro Knaller. Um mal zum Ende zu kommen: Das Kino mag teilweise echt teuer geworden sein. Vor kurzem hatte ich aber endlich mal das Erlebnis, dass sich das Geld mehr als gelohnt hat. Abgesehen davon, dass die eineinhalb Stunden viel zu schnell vorbei gingen, habe ich da den besten Scien-Fiction-Film gesehen, den ich je erleben durfte. Wer noch die alten, sauber geputzten Anzüge und Cockpits der alten Serien gewohnt ist, wird bitter enttäuscht. Der Regisseur J. J. Abrams, der seine Finger auch in den Erfolgen Lost, Alias und Cloverfield hatte, hat mit Rauch, wilden Kameraeinstellungen nicht gespart. Ein Effekte-Feuerwerk der neuzeitlichen Extraklasse. Ein muss für wirklich jeden, der Scien-Fiction, einem charmanten Humor und einer einfallsreichen Geschichte etwas abgewinnen kann. Viel Spaß.
originally posted on VIPlayground
Loading comments...